Gefährliche Keime im Trinkwasser

Im Wasserdampf können sie sich zu Hunderten tummeln – und einmal eingeatmet gefährlich werden: Legionellen (Legionella pneumophila). Die Erreger gedeihen vor allem in warmem Süßwasser und werden meist über das Wasser aus den Leitungen übertragen. Aus den Wasserwerken kommt das Wasser in aller Regel in bester Qualität. Verunreinigt wird es auf den letzten Metern – in den hauseigenen Installationen. Hier kann ein sogenannter Biofilm entstehen, in dem sich Bakterien ansiedeln und vermehren können.
Die Entstehung des Biofilms hängt maßgeblich vom Material der Leitungen und Armaturen ab. So fördern zum Beispiel Gummi- und Kunststoffanteile die Biofilmbildung.
Gefährliche Keime

Legionellen können schwere Lungenentzündung auslösen

Werden Legionellen zum Beispiel beim Duschen oder über Klimaanlagen, Whirlpools oder Inhalationsapparate eingeatmet, können sie beim Menschen schwere Lungenentzündungen, Harnweginfekte und grippeähnliche Erkrankungen auslösen. Dabei ist schon eine geringe Keimzahl ausreichend, um schwere Erkrankungen zu verursachen.

Gefährdet sind insbesondere Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, chronisch Kranke sowie ältere Menschen und Babys. Ist die Keimzahl im Wasser besonders hoch, kann es aber auch Gesunde treffen. Erkrankungen treten weltweit in der Regel als Einzelfälle oder im Rahmen kleinerer Epidemien auf.

2012 ein Rekordjahr für Legionellenausbrüche

Noch nie wurde in Deutschland über so viele Legionellenausbrüche berichtet wie 2012. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete 654 Legionellosen. Die Experten gehen jedoch davon aus, dass diese Zahl nur die Spitze des Eisbergs ist und die tatsächliche Zahl der Infektionen bis zu 50 Mal höher ist. Bei öffentlichen Gebäuden besteht eine Pflicht zur jährlichen Untersuchung des Wassers. Bei Überschreitung des Grenzwertes von 100 Legionellen pro 100 Milliliter muss das Gesundheitsamt informiert werden. In Hamburg werden jährlich bei rund zehn Prozent der regelmäßig durchgeführten Wasserproben in öffentlichen Gebäuden und privaten Haushalten Legionellen gefunden.

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Nach der neuen Trinkwasserverordnung muss bis Ende 2013 auch das Wasser aller Mietshäuser hinsichtlich der Legionellenbelastung untersucht werden.

Keime können sich massenhaft vermehren

Ein Problem ist, dass in Zeiten hoher Heiz- und Wasserkosten viele Privathaushalte und öffentliche Einrichtungen die Wassertemperatur drosseln. Legionellen vermehren sich optimal bei etwa 35 Grad Wassertemperatur. Erst bei Temperaturen von über 60 Grad werden sie sicher abgetötet. Da vielerorts auch die Wassernutzung erheblich zurückgegangen ist, können sich Legionellen in den Rohren massenhaft vermehren und schnell zur Gefahr werden.

Erreger mit einem Test leicht nachweisbar

Eigentlich sind die Erreger mit einem einfachen Test im Urin leicht nachweisbar. Doch dieser Test wird nicht automatisch bei jeder Lungenentzündung durchgeführt, sondern oft nur in schweren Fällen, die auf der Intensivstation behandelt werden. Daher weiß ein Patient oft nicht, ob Legionellen die Auslöser der Krankheit sind. Wird er mit einem Antibiotikum behandelt, wirkt das auch gegen unerkannte Legionellen. Doch eventuelle Keimherde, wie zum Beispiel die heimischen Wasserrohre, werden dann nicht erkannt und bekämpft. Der Betroffene wird sich früher oder später wieder anstecken und erneut eine gefährliche Lungenentzündung bekommen.

Wie kann man vorbeugen?

Als Vorsichtsmaßnahme gegen eine Legionellose, sollte man die Dusche bei geöffnetem Fenster einige Minuten laufen lassen und sich dabei nicht im Bad aufhalten. Das reduziert die Keime. Das gilt vor allem auch im Urlaub. Generell, so die Experten, sollte man überall dort aufpassen, wo feiner Wasserdampf entsteht. Wer länger als drei Tage verreist war, sollte alle Leitungen im Haus durchspülen, bis Frischwasser aus dem Hahn kommt. Das merkt man daran, dass das Wasser deutlich kälter ist. Außerdem sollten Wasserhähne inklusive Perlatoren regelmäßig gereinigt und entkalkt werden, um den Bakterien den Nährboden zu entziehen.
Quelle: www.ndr.de

Über den Autor

H.Joachim Schoßmeier

Hallo, ich bin der Herr Joachim Schoßmeier, Inhaber der Firma iTS - individuelle Trinkwasser-Systeme und Autor in diesem Blog. Ihre Gesundheit ist uns sehr wichtig, deswegen wollen wir Sie mit unserer jahrelangen Erfahrung im Bereich Wasser informieren und beraten.

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